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Zeitungsartikel
Tanz-Trend Tecktonik
Rebellion gegen DrogenVon FELIX MEYER Moonwalk-ähnliche Schritte, Arme und Oberkörper, die Kopf und Schultern umkreisen. Die Rede ist von „Tecktonik“, dem ultimativen neuen Tanzspaß der Jugend.

Die Tecktonik-Gruppe „Eklektek“ bereitet sich schon auf das bundesweite Tanztreffen am 22. November in Köln vor.

Das auffällige Outfit ihres Tanzkollegen Timo (17) ist typisch für den Tecktonik-Lifestyle.
Experts für die schnellen Rhythmus-Bewegungen ist die Gruppe „Eklektek“ aus Solingen. Sie haben mir jetzt den Hype um den neuen Tanz-Trend erklärt.

Die 13-köpfige Tecktonik-Formation „Eklektek“ studiert regelmäßig in einer Tanzschule neue, selbst ausgedachte Choreographien ein. Dennis (22), Gruppenleiter von „Eklektek“ erklärt den Ursprung:

„Der Life-Style schwappte aus Frankreich zu uns. Es erinnert ein wenig an die zuckenden schnellen Tanzbewegungen, die man in 80ern erfand. Allerdings gibt es jetzt einige andere Elemente.“

Denn getanzt wird Tecktonik synchron in Gruppen. Dabei werden vor allem die Arme extrem bewegt: roboterhafte Bewegungen. Meist bleibt der Tänzer auf einem eng begrenzten Fleck. Die musikalische Kulisse: Techno und Electro.

„Ich bin durch meine französische Freundin Julie zum Tecktonik gekommen. Um Tecktonik auch in Deutschland bekannt zu machen, haben wir schon Kontakte auf der Loveparade in Dortmund geknüpft,“ erklärt Gruppen-Mitbegründerin Jacqueline (19).

Vor einigen Monaten waren sie noch sechs Jugendliche. Inzwischen zappeln 13 Teenager zwischen 15 und 22 Jahren gemeinsam ab.

Jacqueline: „Tecktonik geht entgegen anderer moderner Tänze, die junge Menschen oft nur im Rausch erleben. Wir rebellieren gegen Drogen und Alkohol, wollen uns von den üblichen Klischees absetzen.“

Auch der Dresscode hebt sich ab: Männliche Tänzer tragen meist enge Hosen und Oberteile sowie breite Schuhe. Die Frisur ähnelt dem Irokesenschnitt oder modernen Abwandlungen der Vokuhila. Die Kleidung orientiert sich an den 80ern. Gerne werden Neonfarben verwendet.

Ein krasses Beispiel ist der 17-jährige Timo. Sein Outfit: je ein gelber und ein roter Converse-Sneaker, eine grüne Hose, lila Muscle-Shirt und eine knallbunte Jacke. Timos Frisur: ein weißblonder Vokuhila. „Ich will mich von den anderen abheben. Mir ist egal, was Erwachsene darüber denken. Ich stehe zu meinem Stil.“

Bei gutem Wetter treffen sich die Tänzer schon mal auf der Kölner Domplatte und tanzen dort auf ihre Elektro-Musik vor staunendem Publikum. Zurzeit wird für das große Tecktonik-Treffen am 22. November trainiert. Das Event findet am Samstag ab 14.30 Uhr auf der Domplatte statt.

Denn hier wollen die Tecktonik begeisterten Jugendlichen ihre neuesten Moves präsentieren und tänzerisch gegeneinander antreten.

Ich selbst werde am 22. auch vor Ort sein und vom Treffen der Tanzsüchtigen berichten. Seid gespannt und kommt einfach mal vorbei.

Mein Fazit: Tecktonik ist ein Sport, der verbindet. Ein Trend weg vom Computer und hin zur Bewegung und zum gemeinsamen Spaß haben. Insgesamt gleicht Tecktonik einem körperumgreifenden rhythmisch-geschmeidigen Zucken.
[17.11.2008]










Achtung: Tecktonik kommt!

LEIDENSCHAFTEN Er tanzte auf einem Loveparade-Float und gründete mit Mitstreitern eine eigene Tecktonik-Crew: Für Dennis Manuel Canales Barrera (22) ist der neue Stil mehr als ein Tanz.

Von 4000 Bewerbern wurden 20 Tänzer ausgewählt, die auf dem Loveparade-Float von McFit ihr Können zeigen durften – unter ihnen war Dennis. Vor dem Auftritt: ein Workshop mit Detlef D! Soost (r.). Fotos: McFit / Omundo Media


Seine Freundin war gerade aus dem Korsika-Urlaub zurückgekehrt, als sie Dennis Manuel Canales Barrera (22) begeistert aufforderte: „Sieh’ dir das mal an!“ Die Rede war von YouTube-Videos. Der 22-Jährige tippte einen ungewöhnlich klingenden Namen in die Suchmaske ein: „Tecktonik“ – der Beginn einer neuen Leidenschaft.

Der Tanz-Stil, auch bekannt als „Danse electro“ („elektronischer Tanz“), kommt aus Frankreich. Genauer gesagt haben ihn junge Menschen in dem Pariser Club „Metropolis“ „ertanzt“. Seitdem kursieren selbst aufgenommene Videos von tanzenden Jugendlichen im Internet: wild tanzend auf Straßen in Form von spontanen „Battles“, tanzend auf Treppen, vor Museen, vor Kirchen – oder in den eigenen vier Wänden. Die ausgeflippten Outfits spielen eine große Rolle: Eine schräge Mischung aus Neonfarben, Chucks, Röhrenjeans und Irokesen- oder Vokuhila-Frisuren mit bunten Haarfärbungen.

Auch die roboterhaften Bewegungen und ausgefallenen Verrenkungen wirken auf den ersten Blick bizarr – und faszinieren. Besonders auffällig sind die Drehbewegungen der Arme, die an das Vogue-Video von Madonna erinnern, kombiniert mit Hip-Hop-Elementen.

„Ich habe viel vor dem Spiegel trainiert“, erzählt der sportliche, tanzbegeisterte Maschinenbau-Student. Als Vorlage dienten die YouTube-Videos. Das Training lohnte sich: Der Solinger stieß auf eine Anzeige des Fitness-Studios McFit: Tänzer für einen Tecktonik-Float auf der Loveparade wurden gesucht. Der junge Trend sollte seinen Platz auf dem riesigen Techno-Event bekommen.

Dennis meldete sich – und war einer von 20 Teilnehmern, die ausgewählt wurden. 4000 hatten sich beworben. Neben dem eigentlichen Loveparade-Auftritt war vor allem ein Vorbereitungsworkshop mit dem bekannten Tanzcoach D! und Gastcoach Treaxy aus Frankreich ein Highlight.

Dabei blieb es nicht: Die begeisterten Workshop-Teilnehmer gründeten kürzlich ihre eigene Tecktonik-Crew EkLEKTek. Dennis wird also bald nicht mehr alleine in seinem Lieblingsclub PM in Moers loslegen. Auftritte werden sicher bald folgen.

Aber warum so viel Engagement für einen Tanz? „Für mich ist das Besondere, dass man so tanzt, als würden andere nicht hingucken“, erzählt der Solinger. „Man tanzt einfach drauf los.“ Kreativität, Spaß und Körperkontrolle stünden im Mittelpunkt.

Was Dennis am Herzen liegt: Die Anhänger befürworten eine Abkehr von Drogen und Alkohol. Für den Tanz-Begeisterten ist das ein entscheidender Grund, weshalb er sich für die Verbreitung des Stils einsetzt – und damit für eine neue Club-Kultur.

Interesse? Kontakt bei der Ballettschule International, Telefon 47760, oder bei der EkLEKTek-Crew: www.eklektek.piczo.de Offizielle Seite der Tecktonik-Community: www.clubtck.com





Artikel Freitag 05.09.2008 Solinger Tageblatt:

Tanz: Wer will den Tecktonik lernen?



Was ist „Tecktonik“?
Den ungewöhnlichen Tanzstil aus der Elektro-Szene kann man jetzt in einem neuen Workshop kennen lernen: Morgen, 6. September, ab 13.30 Uhr, Ort: Ballettschule International. Kosten: 5 Euro. Der Workshop ist durch das Engagement des Solingers Dennis Manuel Canales Barrera zustande gekommen. Der Tänzer hat eine eigene Tecktonik-Gruppe gegründet.

Anmeldung zum Workshop: Telefon 4 77 60 oder über die Seite der Tecktonik-Gruppe auf

www.eklektek.piczo.com